Öffnungszeiten:
Do, Fr 15 - 19 Uhr
Sa 9 - 12.30 Uhr


Öko-Kontrollnr:
DE-ÖKO-006

Jede Entscheidung, die wir über unsere Ernährung treffen, ist eine Entscheidung über die Welt in der wir leben wollen.



Zwei Generationen – ein Weg zur Umstellung

Der Kreuthof wurde 1963 als Aussiedlerhof von Walter Kümmel, dem Vater der jetzigen Betriebsleiterin, gebaut. Der Senior-Bauer stellte nach 25 Jahren den ganzen landwirtschaftlichen Familienbetrieb auf biologisch-organischen Landbau (Bioland) um, nachdem die Tochter Dorle Kümmel ihr Studium der Agrarbiologie beendet hatte. Beide waren getragen von der Überzeugung, dass die Zukunft ihrer eher kleinbäuerlichen Landwirtschaft in der ökologischen Bewirtschaftung liegt. Nach vielen Vor-Ort-Erfahrungen mit Entwicklungshilfe war für Dorle klar, dass sie mit Bio-landwirtschaft die Welt zwar nicht retten, aber dennoch besser machen kann: Keine Agrarchemie, keine Futtermittelimporte, keine Großkonzerne, dafür gesunde Lebensmittel und ein lebendiger Boden.


Neue Wege – neue Lebensformen

Nachdem Dorle vier Jahre auf dem Hof angestellt war (inzwischen verheiratet und mit Kind) verpachtete der Vater den Hof an sie und ging in Rente. Dorle suchte und fand eine Familie mit landwirtschaftlicher Ausbildung und zwei Kindern, die das Experiment Hofgemeinschaft wagen wollte. Die Kreuthof GbR war geboren. Auch Praktikanten lebten und arbeiteten in der Gemeinschaft mit.

Die Partnerfamilie wechselte, weitere Kinder wurden geboren, der Ehemann ging zurück nach Lettland und ein alter Bekannter aus der entwicklungspolitisch aktiven Zeit, Frieder Hörsch, stieg in die GbR mit ein. Es war eine sehr schöne, intensive Zeit: viel Neues wurde ausprobiert: Hofladen, Brotbacken, Gemüsebau, Hühner, Ziegen und Schweine machten aus dem Milchviehbetrieb einen vielseitigen Bilderbuchbetrieb. Leider ließ sich damals die Milch noch nicht ökologisch vermarkten und die Getreideernten waren unkrautbedingt oft schlecht, sodass es finanziell immer sehr knapp war und sich abermals die zweite Familie nach einer anderen Zukunft umsah.


Familienbetrieb neu aufgelegt als GbR

Seit 13 Jahren bewirtschaften nun Frieder Hörsch und Dorle Kümmel-Ivulans mit den fünf heranwachsenden Kindern die Kreuthof GbR als Familienbetrieb - viele Jahre davon mit Mitarbeiterin Annemieke Lauber, die sich um die Fortführung des Hofladens kümmerte, und der tatkräftigen Unterstützung von Freunden und (Groß)Eltern. Die Hühner und Schweine mussten aus Zeitgründen aufgegeben werden.
2004 wurde der Milchviehstall zum artgerechten Außenklima-Laufstall umgebaut. Auch bei den Äckern gab es damals große Veränderungen durch die Flurneuordnung. Die Kreuthof GbR verlor viel Pachtland und etliche Hektar mussten neu auf ökologischen Landbau umgestellt werden. Inzwischen hat sich die Kreuthof GbR als Milchvieh- Getreidebau– Kartoffel- und Gemüsebau-Betrieb mit Hofladen als weiterem Standbein konsolidiert. Bioland als Anbauverband sind wir bis heute treu geblieben auch wenn wir in vielen Dingen weitere Aspekte beachten: Saattage und Erntezeiten nach dem Mondkalender, Anbau samenfester Sorten, Schneckenflüstern und Verzicht auf Bewässerung sind ebenso allgegenwärtig wie die Homöopathie im Kuhstall und der Verzicht auf das Enthornen.


Wir haben die Arbeitsbereiche aufgeteilt:
Milchvieh und Co – wir lassen die Kuh raus


Die Kühe werden von Dorle betreut. Wir haben Platz für 19 Kühe mit Nachzucht und liefern unsere Milch an die Weißenhorner Molkerei, die daraus überwiegend Frischkäse-Variationen und Desserts macht. Rohmilch kann direkt ab Milchtank gezapft werden. In größeren Abständen (ca. zwei Tiere pro Jahr) werden Weiderinder oder –öchsle geschlachtet. Im Frühjahr, Sommer und Herbst sind die Tiere fast täglich auf den Weiden. Unser Laufstall bietet durch seinen Freilicht-Laufhof und komfortable Außen-Liegebuchten reichlich Platz für artgemäßes Verhalten, sodass die Tiere ihre Hörner behalten dürfen. Seit fast 20 Jahren werden die Tiere durch Dorle homöopatisch betreut, soweit es geht.



Gemüsebau in Kooperation mit der Natur

Der Kartoffel- und Gemüsebau ist fast ausschließlich für den Bedarf des Hofladens konzipiert. Der Kartoffelanbau ist Gemeinschaftsaufgabe und der Gemüsebau eine besondere Leidenschaft von Dorle. Blumeninseln wachsen nicht nur fürs Auge zwischen den Nutzpflanzen sondern für die zahlreichen Insekten, Vögel und Mäuse.

Der Acker ist ein Übungsfeld fürs Schnecken- Hasen- und Mäuseflüstern und gemeinsam versuchen wir ein gutes Ergebnis für alle Beteiligten zu erzielen. Insektentötende Mittel sind ebenso wie Schneckengift oder das Messer tabu. Auch auf Bewässerung verzichten wir (indem wir nach dem Mond pflanzen), allerdings nehmen wir dafür geringere Erträge in Kauf, zugunsten besonderer Qualität und Geschmack.


Getreidebau – Vielfalt

Der Getreide- und Kleegrasanbau liegt in Frieders Händen. Wichtigstes Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Bodenstruktur, sodass das Unkraut zurückgedrängt wird. Daran arbeiten wir durch eine vielfältige Fruchtfolge (Kleegras, Kleegras, Weizen, Hafer, Roggen/Dinkel), durch neue angepasste Technik, durch Kompostwirtschaft und Gründüngung über Zwischenfrüchte und Meliorationsmischungen. Die vielen Flächen, die wir nach der Flurneuordnung (2004) neu umstellen mussten, sind dabei bis heute eine besondere Herausforderung und Rückschläge sind ein gutes Lernfeld. Der größte Teil des Getreides geht an unsere Erzeugergemeinschaft „rebio“, ein Teil an die Kühe und ein kleiner Teil über den Hofladen. Wir können mit unserer Getreidereinigung und Dinkelgerbe das Getreide verkaufsfertig reinigen und auch selbst wieder aussäen.


Unser Angebot

Seit fast 20 Jahren bieten wir in unserem Hofladen neben vielen Erzeugnissen von unseren Äckern auch eigenen Apfelsaft, Birnenschnaps, selbstgebackenes Brot und ein breites Angebot zugekaufter Bio-Produkte. Wir legen großen Wert auf regionale Herkunft und arbeiten eng mit Bioland- und demeter Höfen in der Nähe zusammen. Darüber hinaus findet man bei uns alles für den täglichen Bedarf - egal ob Mischköstler oder Vegetarier oder Allergiker.




Unsere Partnerbetriebe sind:


Biolandhof Brunner, Heiningen - Eier, Apfelsaft
Biolandhof Renz, Heiningen - Gemüse, Apfelsaft
Biogeflügel Unterweger, Dietenheim (Ulm) - Hähnchen, Pute, Gans, Geflügelwurst und Co
Biolandhof Bihlmaier, Ugenhof (HDH) - Wurstwaren, Rind und Schwein
Biolandhof Fauser, Mutlangen - Wurstwaren, Fleisch von Rind und Schwein
demeter-Hof Sonnenhof, Boll - Milchprodukte und Käse
Biolandhof Ziegler, Göppingen-Faurndau - Gemüse
Biolandhof Straub, Gingen - Honig
Bioland-Obsthof Bezler, Stuttgart- Mühlhausen - Äpfel und Birnen
Biolandhof Mammel, Lauterach - historische Alblinsen, Original Alb-Leisa
Ökoweingut Stutz,Heilbronn - Wein, Sekt, Prosecco
Bioland-Weingut Staib, Weinstadt-Beutelsbach - Remstaler Wein
Frischdienst Jäckle, Ulm - Käse v.a. aus Süddeutschland und Schweiz
Erzeugergemeinschaft OBEG Hohenlohe - Getreideprodukte, Mehl, Ölsaaten, Öl
Gepa - Bioprodukte aus fairem Handel wie Schokolade, Zucker, Kaffee
Gesund und Leben, Stockach - Naturkostprodukte, Waschmittel, Reinigungsprodukte
Chiron, Baltringen - Hanföl, Hanf-Aufstriche, Honigmarzipan, Kräuter in Öl
dennree, Töpen - Naturkostgroßhändler, Milchprodukte, Käse
Rapunzel, Legau - Naturkostgroßhändler, Trockensortiment fairer Handel
ecofit, Stuttgart-Wangen - regionaler Bioland-Gemüsegroßhändler, Gemüse, Obst, Südfrüchte