Die "Kreuthof GbR"
Seit 2025 sind wir in neuer Zusammensetzung auf dem Kreuthof unterwegs.
Wir stellen uns kurz vor und zeigen, wer was auf dem Hof macht – damit Sie einen kleinen Einblick in unseren Alltag bekommen.

Dorothea "Dorle" – das Urgestein auf dem Hof
Sie kümmert sich mit ihrer zugänglichen Art viel um die Vermarktung auf dem Hof, managt den Hofladen, baut zusammen mit Annemieke das Gemüse für Laden und SOLAWI an und unterstützt mit vollem Elan und Leidenschaft bei den Tieren – von der Kalbung bis zum Misten. Auf Dorle kann man zählen.

Frieder – unser Allrounder auf dem Kreuthof
Frieder managt den Ackerbau: vom Getreideanbau über die Lagerung bis zum fertigen Brot. Er kümmert sich z.B. um das Entspelzen von Dinkel, das Ein- und Auslagern des Getreides sowie das Backen unserer Bioland-Backwaren. Außerdem unterstützt er bei der Grünfutterernte, bei der Vermarktung und packt überall dort mit an, wo auf dem Hof Hilfe gebraucht wird – vom Wasserholen bis zum Feuerholz.

Neu auf dem Kreuthof:
Samuel mit Finja für Tiere und Hofprojekte
Samuel arbeitet Teilzeit auf dem Hof und verantwortet die Tiere – von den Rindern bis zu den Hähnchen – inklusive Weidepflege, Futtergewinnung und Fleischvermarktung. Außerdem betreut er unseren Werbeauftritt und koordiniert gerne neue Projekte und Baustellen. Seine Freundin Finja, Agrarwirtschaftsstudentin, unterstützt ihn bei allen anfallenden Arbeiten auf dem Hof.
Darauf legen wir Wert
Die Kreuthof GbR ist ein gemeinschaftlich geführter Bioland-Betrieb in Heiningen. Wir halten unsere Tiere ökologisch, bewirtschaften unsere Gemüse- und Getreideflächen nachhaltig, betreiben einen Hofladen mit regionalen Bio-Produkten und versorgen unsere SOLAWI (Ernteteiler-Gemeinschaft) mit frischem Gemüse. Unsere Philosophie: artgerechte Tierhaltung, lebendige Böden und bewusste Ernährung.

Geschichte des Hofes
Zwei Generationen stellen um
Der Kreuthof wurde 1963 als Aussiedlerhof von Walter Kümmel gebaut. Nachdem die Tochter Dorle ihr Studium der Agrarbiologie abgeschlossen hatte, arbeitete sie angestellt auf dem Hof des Vaters. Gemeinsam stellten sie den Betrieb auf biologisch-organische Wirtschaftsweise um. Beide waren getragen von der Überzeugung, dass die Zukunft ihrer eher kleinbäuerlichen Landwirtschaft in der ökologischen Bewirtschaftung liegt.
Durch ihre Erfahrung mit Entwicklungsprojekten in Mali und den Philippinen war für Dorle klar, dass nur mit Biolandwirtschaft nachhaltige kleinbäuerliche Landwirtschaft möglich ist. Keine Agrarchemie, keine Großkonzerne, keine Futtermittelimporte, dafür gesunde Lebensmittel, Tierwohl und ein lebendiger Boden.

Neue Wege - Neue Lebensformen
Vier Jahre später ging der Vater und die Mutter in Rente und Dorle suchte nach neuen Wegen, den Hof weiterbewirtschaften zu können. Sie fand eine Familie mit landwirtschaftlicher Ausbildung und zwei Kindern, die das Experiment Hofgemeinschaft wagen wollten. Die Kreuthof GbR war geboren. Bei der Partnerfamilie gab es bald einen Wechsel. 1996 kam dann zur zweiten Partnerfamilie außerdem ein guter Freund, Frieder, dazu. Andere wurden ebenfalls für ein paar Wochen oder Monate Teil der Hofgemeinschaft: Walddorfschüler, Rentner, Hochschulpraktikanten, Aussteiger, Migranten und Menschen mit Handicap oder in der Wiedereingliederung nach psychischen Problemen. Es war eine sehr bereichernde und intensive Zeit.
So viel Neues wurde ausprobiert: Hofladen, Brotbacken, Gemüsebau, Ziegen, Hühner und Schweine machten aus dem Milchviehbetrieb einen vielseitigen Bauernhof. Leider ließ sich damals die Milch noch nicht ökologisch vermarkten und die Getreideernte war in den damals häufigen nassen Jahren oft schlecht. Am Ende reichte das Erwirtschaftete nicht für zwei Familien und die Partner fanden eine neue berufliche Zukunft.

Familien-GbR
Dorle und Frieder führten ab dem Jahr 2000 den Hof als Familienbetrieb weiter. Nebenbei wuchsen die fünf Töchter heran und so wurde die tatkräftige Unterstützung von Freunden und Großeltern dringend gebraucht. Hühner, Ziegen und Schweine mussten aus Zeitgründen aufgegeben werden. 2004 wurde der Milchviehstall zum artgerechten Außenboxen-Laufstall umgebaut. Die Flurneuordnung „raubte“ uns 2004 viel Land und etliche Hektar mussten neu umgestellt werden.
Bioland als Anbauverband sind wir treu geblieben, erweitert durch weitere Praktiken: Saat Tage und Erntezeiten nach dem Mondkalender, Anbau samenfester Sorten, Versuche mit effektiven Mikroorganismen und Holzkohle, Schneckenflüstern. Sparsamer Einsatz von Bewässerung durch entsprechende Anbaumethoden im Gemüsebau (Dammkultur) sind für uns Teil einer Philosophie, die immer wieder Neues wagt und altes Wissen integriert, wie beispielsweise die Homöopathie im Kuhstall.

Solawi
2017 wurde durch die Initiative einer Kundin das alternative Gemeinschaftsprojekt Solawi gegründet und die Gärtnerin Mieke eingestellt. Der Bau eines Gewächshauses sorgte für Tomaten,
Gurken, Melonen, Auberginen und Paprika im Sommer und ein kontinuierliches Salatangebot im Winter. Auf dem Feld werden zudem unzählige alte und neue Gemüsearten erzeugt. Davon profitiert auch der Hofladen, der neben regionalem immer eigenes Gemüse anbieten kann.

Verjüngung und Erweiterung
Nachdem die großen Töchter erfolgreich andere Wege eingeschlagen haben, beschlossen Dorle und Frieder sich auf eine externe Hofnachfolge einzulassen. Sie lernten Samuel kennen, der als gut ausgebildeter Techniker für Agrarwirtschaft auf der Suche nach seinem Lebensprojekt war. Mobiler Hühnerstall und Limousin-Mutterkühe brachte er in die neue GbR auf dem Kreuthof ein. Gemeinsam wurde im Herbst 2024 eine Rundbogenhalle gebaut, die zum neuen Zuhause für die Mutterkühe wurde - mit direktem Zugang zu den Hofweiden.
Auch seine Partnerin Finja hilft tatkräftig mit, soweit es das Landwirtschaftsstudium erlaubt. Damit sind wir seit Januar 2025 eigentlich 4 Teamleiter, jeder mit seinen Schwerpunkten und Neigungen. Dorles Arbeitsbereich Milchkuhhaltung endete im August 2025 wie geplant. Es war aber dennoch ein enormer Einschnitt. Anstelle der Kühe leben nun im Winter junge Rinder aus der Mutterkuhherde im renovierten Stall. Auch in einen Masthähnchen-Stall wurde investiert. In naher Zukunft steht nun in der Solawi ein Generationswechsel an. Für Mitte nächstes Jahr planen wir den schrittweise Übergang von Gärtnerin Mieke zu jemandem, den wir noch suchen. Es bleibt spannend. Eine gemeinschaftliche Landwirtschaft ist nie reibungsfrei, aber sie birgt auch viel Potential und Chancen und bleibt offen für neue Menschen, neue Werte, andere Lebensentwürfe.



